… gestern Abend kam Max schwer verletzt nach Hause, er schaffte sich auf 3 Beinen ins Haus zurück, das verletzte linke Hinterbeinchen zog er blutend hinter sich her – ich weiß bis jetzt nicht, was genau passiert ist, vermutlich wurde er angefahren 😦

Es war ca. 22 Uhr als im Hausflur ein Riesenradau war, eine der Katzen schrie, wie ich noch nie zuvor eine Katze habe schreien hören, ich ließ alles fallen und rannte in den Flur, wo ich nur einen schwarzen Schatten an mir vorbeizischen sah, eine Blutspur hinter sich herziehend und in die Küche flüchtend …

Ich schnappte mir das heulende Etwas und es stellte sich raus, das es Max war – erst vermutete ich, das er sich geprügelt hat und nahm ihn auf den Arm, um beruhigend auf ihn einzureden – die folgenden Bilder haben sich unauslöschlich in meine Erinnerungen eingebrannt : Ein Hinterbeinchen, das mehr ab als dran war  und überall war alles voller Blut 😦  …

Ich verfiel natürlich sofort in Panik – zum Glück reagierte Dominik, mein jüngster Sohn,  genau richtig, um mich wieder runter zu holen, um reagieren zu können ! Er warf ein großes Handtuch aufs Bett und ich legte Max vorsichtig darauf ab, ich weiß nur, das ich ständig wie ein Mantra irgendetwas vor mich hin brabbelte – dann übernahm mein Sohn die Regie, als er sah, das ich vollkommen durchzudrehen drohte und schickte mich zu meiner TÄ, die glücklicherweise gegenüber in der Nachbarschaft wohnt.

Ich klingelte dort Sturm und als sie öffnete, war ich soweit wieder „ruhig“ um ihr zu erklären, das ich sie dringend brauche und was passiert war !

Sie sah sich Max an und es war ihr sofort klar, das sie in ihrer Praxis nichts für ihn würde tun können – sie suchte dann die Nummer der Tierklinik in Bretzenheim raus und meldete uns dort als Notfall an … Zwischenzeitlich beruhigte sie mich soweit, das der Blutverlust nicht lebensbedrohlich sein, sondern im normalen Bereich bei derartigen Verletzungen.

Wir packten Max, der inzwischen ruhig geworden war und vermutlich unter Schock stand – er hatte ganz große schwarze Pupillen und rasenden Herzschlag –  in eine Box und zusammen mit meinem Sohn machte ich mich auf den Weg in die ca. 50 km entfernte Tierklinik – die längste Fahrt meines Lebens.

Dort angekommen, empfing uns eine junge freundliche TÄ, die Max untersuchte, das verletzte Bein ließ sie erst einmal ganz außen vor und erklärte, das wir ihn erst einmal stabilisieren müssten, er hätte, wie ich schon richtig vermutet hatte, einen schweren Schock. Sie vermutete einen Autounfall, seine Krallen und Pfoten waren stark abgeschabt, was typische Hinweise seien 😦

Dann wurde Max geröngt, um innere Verletzungen ausschließen zu können, was wieder bange 15 Minuten dauerte … glücklicherweise zeigten die Bilder keine Abnormalitäten an, was mich zumindest ein wenig beruhigte.

Die TÄ legte ihm einen Zugang und wickelte das verletzte Bein ganz dick ein, was er alles ganz brav in meinen Armen liegend über sich ergehen ließ, danach spritzte sie ihm ein Antibiotikum und Schmerzmittel und wir legten ihn zurück in seine Box … Mein tapferer kleiner Kater …

Dann musste ich ihn schweren Herzens und mit einem dicken Kloß im Hals dort zurücklassen, was ganz schrecklich für mich war …

Die Nacht tat ich kein Auge zu, mein Gedanken rasten und ich konnte einfach die Bilder in meinem Kopf nicht abschalten – die anderen Katzen hatte ich mit geschlossener Kellertür zum Hausarrest verdammt, ich konnte einfach nicht anders 😦

Heute morgen telefonierte ich dann gleich mit der Tierklinik und erfuhr, das Max soweit stabil sei, das für den Tag die OP geplant war.

Die Riesensumme, die sie mir nannte, was alles letztendlich kosten würde, ließ mich nur einen winzigen Moment erschrecken, aber ich würde meine Seele verkaufen und alles tun und dieses Geld aufbringen, das Max geholfen würde !

Nun sitze ich hier, laufe immer noch irgendwie mehr oder weniger auf Autopilot und warte, das ich gleich aus diesem Alptraum aufwache und alles wieder gut ist, Max gesund und munter hier neben mir am PC liegt, zufrieden vor sich hinschnurrend.

Wir werden abwarten müssen, wie die OP verläuft, eine Amputation ist nicht völlig ausgeschlossen – auf jeden Fall wird Max eine harte Heilungsprozedur und  lange Genesungszeit vor sich haben, die erste Zeit sogar fixiert in einer großen Box verbringen müssen – aber das werde ich nun auf mich zukommen lassen.

Max zuliebe muss ich nun Kraft schöpfen, um das gemeinsam mit ihm durchzustehen, immer mit der Hoffnung, das es soweit wieder in Ordnung kommt, das er – fast – wieder sein altes Leben zurückbekommt !!!

Schickt uns positive Gedanken … ich fühle mich durch das Erzählen hier ein wenig leichter und gehe jetzt in ein ruhiges Eckchen, wo mich keiner sieht, um endlich meinen Tränen freien Lauf zu lassen …

Max - da war die Welt noch in Ordnung !

Max – da war die Welt noch in Ordnung !